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Den ersten vergisst man nie!
Geschrieben von: Daniel v.d. Berge   

Am letzten Sonntag, den 04.07.2011, war es endlich soweit. Ich habe meinen allerersten Triathlon bestritten. Ich muss wirklich sagen, dass ist ein Erlebnis, welches man wirklich wohl nicht vergessen wird.

Doch zunächst einmal der Reihe nach: Ich hatte mich schon früh im Jahr für die Sprintdistanz in Saerbeck entschieden.

Laut Aussagen von Ulf und Sascha ein gute und einfach Strecke für einen allerersten Triathlon. Im laufe der Monate, nach der Anmeldung zur Saerbeck Classic Volksdistanz, merkte ich dann auch so langsam, dass sich das Schwimmtraining in der Friedensschule und auch im eiskalten Coburg-Gewässer, das Radtraining in Richtung der Baumberge, das Grundlagenlauftraining auf der Gasselstiege, sowie das Intervaltraining auf der Sentruper Höhe bemerkbar machten. An dieser Stelle schon einmal ein Danke an alle die mich dazu unterstützt haben.

Ich musste zwar hin und wieder den einen oder anderen Schweinehund überwinden, aber so habe ich es letztendlich auch geschafft, in diesem Vorbereitungszeitraum von über 96 kg auf 90 kg runter zu kommen. Somit konnte ich mir nun auch ein paar Löcher mehr in den Gürtel machen, und zwar zur Gürtelmitte hin – Geilomat!

Die letzte Woche vor meiner Triathlonpremiere stieg dann wie erwartet auch meine Nervosität und Anspannung, aber auch meine Vorfreude.
Um mir die Anreise am dem Sonntag möglichst stressfrei zu halten bin ich schon am Samstag Nachmittag nach Saerbeck gegurkt., um meine Startunterlagen abzuholen und mir ein Bild von den örtlichen Gegebenheiten zu verschaffen. Am Samstagabend habe ich mir dann schon alle Materialien (Rad, Klamotten, usw.) zurechtgelegt und noch kurz einen Materialcheck am Rad vorgenommen.
Es war wohl die Aufregung die mich in der Nacht zum Sonntag nicht wirklich gut schlafen ließ.

Beim lockerleichten Frühstück, gab es neben 3 Marmeladen und Schokomac Broten, einer Banane, 2 Gläsern Multisaft also auch noch einen Kübel Kaffee. Dann hieß es auch ab in die Klamotten und auf mit meinem Karren und Rad im Gepäck nach Saerbeck. Das Wetter war frisch, der Himmel bedeckt., das Autothermometer zeigte 15°C.

In Saerbeck angekommen war auch zügig ein Parkplatz gefunden, das Rad zusammengebaut und der Weg zum Check-In gefunden. Mit liebe zum Detail und äußerster Präzision habe ich dann meine Sache in meinem Wechselzonenbereich deponiert. Das Rad wurde in den Ständer gestellt, das Handtuch daneben ausgebreitet und Radschuhe, Laufschuhe und Rucksack darauf platziert.

Jetzt schnell noch der Gang zum Beuler und auf zum Startbereich. Kurz vorm Startschuss noch schnell in Wasser geplümst, um sich schon an die Wassertemperatur zu gewöhnen.

Dann kam der Startschuss!

Ich lief in Mitten des Hauptfeldes in den Saerbecker Badesee hinein. Ich lief und lief - und lief und lief und lief. So langsam fingen die ersten Triathleten vor mir mit der Schwimmbewegung an. Einige dachten sich wohl, ich wäre ein guter Widerstand, um sich abzudrücken, dieses musste ich dann auch das eine oder andere Mal mit einigen Tritten hinnehmen. Nun kam ich endlich auch dazu mich richtig in Ge“tümpel“ zu stürzen. Der richtige Kraulzug, Kopf unter Wasser, es war dunkel. Dieses war ich nun leider vom Hallen- und Freibadschwimmen nicht gewohnt. Neben mir, vor mir und hinter mir, wild um sich in Wasser schlagende Leute. Ein bisschen Panik kam in mir auf. Ich dachte mir: „Da bisse jetz drin, da musse jetz durch! Raus geht et beim Schwimmausstieg!“ Ich versuchte also irgendwie in meinem Schwimmrhythmus zu kommen. Nach der 2ten Wendeboje gelang es mir dann auch so langsam. Den Rückweg zum Schwimmausstieg versucht ich dann einigen „stämmigeren“ Triathleten, die mir nach vorne hin den Weg als Schwimmblockade versperrten, sowie seitlich angeordneten Klammeräffchen zu entkommen. Dann war es geschafft, der Schwimmausstieg war erreicht.

Nun schnell raus aus dem kühlen Nass und ab zur Wechselzone – vielleicht etwas zu schnell – mein Kreislauf sackte etwas ab. Also erstmal tief durchgeatmet, den groben Schmodder an den Füßen noch schnell auf dem Handtuch (in diesem Fall wohl ehr ein Fußtuch) abgestriffen und rein in die Radschuhe. Zügig ging es zum Ausgang der Wechselzone, aufs Rad und ab ging’s. Der Radkurs verlief ganz gut. Schnell war ich auf Temperatur gestrampelt, sodass mir der frische Fahrtwind nicht viel ausmachte. Während des Radkurses war dann auch kurz Zeit, um den Mund von dem Tümpelgeschmack frei zu spülen und nebenbei auch saubere Flüssigkeit  und eine Gelportion zu mir zu nehmen. um die „Batterie“ wieder aufzufüllen. Der Wendepunkt auf der Radstrecke und zuletzt auch der Eingang in die Wechselzone waren schnell erreicht.

Schnell habe ich das Rad abgestellt und „hopp“ war ich auch schon in den Laufschuhen. Das Asphalttreten war nach meiner Verfassung ganz in Ordnung. Vielleicht wäre ich bei 5°C mehr Lufttemperatur noch etwas geschmeidiger gelaufen und hätte somit noch ein paar Sekunden rausholen können. Ich hatte mir während des Laufens einen Mitstreiter gesucht, der mir ein gutes aber für mich auch noch machbares Tempo vorgab und hab mich dann bis kurz vor der Ziellinie an sein Tempo festgebissen. Kurz vor der letzten Kurve, ca. 200 Meter vor dem Zieleinlauf habe ich dann meine Kräfte noch einmal mobilisiert und bin zu einem Schlusssprint gestartet. Nach der letzten Kurve sah ich dann auch das Ziel. Ich merkte, wie die Freude über das Erreichte in mir immer größer wurde.

Die Ziellinie wurde mit großem Stolz und einigem Beifall von den Zuschauern überschritten. Ich war ganz schön geschafft aber glücklich!

An alle, die ihren ersten Triathlon noch vor sich haben: Es ist eine super Erfahrung und macht irrsinnig viel Spaß – freut euch darauf!

Fazit für mein Training: Ich werde nun auf jeden Fall versuchen, öfter im Freigewässer zu schwimmen, um mich daran zu gewöhnen und auch den Kopf auf diese Situation einzustellen.
Es ist einfach ein ganz anderes Gefühl als im klaren Hallen- oder Freibadbecken zu schwimmen.