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ITU ld World Championships
Geschrieben von: Sascha Flockau   
Am vergangenen Wochenende kamen 850 Athletinnen und Athleten from all over the world ins beschauliche Immenstadt im Allgäu, um über die ITU-Langdistanz von 4 km Schwimmen, 130 km Radfahren und 30 km Laufen ihre Elite- und Altersklassenweltmeister zu küren.

Die Chance bei einer Langdistanz-WM quasi zu Hause (erstmals in Deutschland) und noch dazu in traumhafter Alpenkulisse dabei sein zu können ließen sich auch einige Tri Finisher nicht entgehen. Schließlich standen am ersten Augustwochenende Martin Epkenhans, Peter Höwer, Dieter Rosenbaum, Carin Schrader sowie Nina und Sascha Flockau im Nationaltrikot an der Startlinie. Sollte es für Nina die erste Langdistanz sein, gingen Carin und die Herren allesamt mit Ironmanerfahrung ins Rennen.

Schwimmen: 1800m schnurstracks geradeaus auf den Alpsee, 400m quer und dann 1800m zurück zum Ufer, diesmal im Blindflug der aufgehenden Sonne entgegen. Die erste Disziplin versprach harmlos zu bleiben in Angesicht der sich auftuenden Anstiege auf der Radstrecke. Sascha, seit Anreise besonders glücklich über sein kurz vor knapp erworbenes 25er-Ritzel, entstieg als erster der Münsteraner den 17 Grad kühlen Fluten und hetzte die 15% des Kalvarienbergs hinauf. Es folgten ihm Dieter, Nina, Peter, Martin und Carin, alle zufrieden mit der ersten Teilstrecke und angestichelt durch Carlas und Noras Glockengeläut!

Die 1995 Höhenmeter bergauf auf der Radstrecke wurden zwar in der Ausschreibung angekündigt und in der Vorbereitung auf den Saisonhöhepunkt berücksichtigt, jedoch war  den Münsterländer Flachlandradlern der Ernst der Lage in der ersten Radrunde schnell bewusst: den  Anstieg bei Kilometer 15 mit bis zu 18 % Steigung werden wir in der zweiten Runde bei Kilometer  100 wohl wiedersehen! Nachdem man sich an den Anblick der erschreckend niedrigen Durchschnittsgeschwindigkeit auf dem Tacho gewöhnt hatte und das Laufen noch erfolgreich verdrängen konnte, genossen die Athletinnen und Athleten die traumhafte Landschaft der Allgäuer Berge.

Mit den allerletzten Körnern ging es auf die 10km lange Laufrunde, die es dreimal zu laufen galt. Highlights waren der Wendepunkt in der Fußgängerzone von Immenstadt und die Fankurve im Stadion (Danke an Nora, Carla und Doris!), von denen man auf der restlichen Laufrunde zehren musste. Sascha und Peter hatten schnell ihren Rhythmus gefunden und teilten sich ihre Kräfte bis (kurz) vor dem Zieleinlauf gut ein. Mit Gesamtzeiten von 8:04 Std. (Sascha) und 8:30 Std. (Peter) stürmten sie als 19. bzw. 13. ihrer Wertungsklasse über die lang ersehnte Ziellinie. „Spaß hat es keinen mehr gemacht. Laufen bedeutete nur noch den Lohn für die harte Radstrecke nach Hause zu laufen." resümierte Nina im Ziel, die Dank einer ausgiebigen Verpflegung  die 30km gleichmäßig und ohne Probleme bewältigte. Nach 9:50 Std. und als 12. ihrer AK mussten im Ziel erst einmal Freudentränen getröstet werden. Nur 5 Minuten nach Nina erreichte Carin das Ziel (9:55 Std, 13. AK), glücklich darüber trotz Rückenproblemen mal wieder einen Langdistanzwettkampf erfolgreich gefinisht zu haben. Zeitgleich ging Martin auf seine letzte Laufrunde und deutete an, dass er Probleme habe, aber keineswegs aufhören werde. „Nach dem für mich tollen Schwimmen und der Radzeit nach Plan machte mein linker Oberschenkel nicht mehr wirklich mit, dann kam die rechte Wade hinzu." erzählte er später und ist letztlich zufrieden „wenn auch wandernd"  ins Ziel gekommen.

Man zählte an diesem Tag besonders viele innere Schweinehunde am Streckenrand, denen so manch einer schon beim Radfahren zum Opfer gefallen ist. So machte sich auch Dieter bereits nach der ersten Radrunde angeschlagen auf den Heimweg nach Münster.


Das Wochenende des Allgäu-Triathlons bestand aber nicht nur aus dem Weltmeisterschaftsrennen. Am Vortag hieß es für Nora Kästle und Peter Weiß  „Start frei" zur Allgäu-Classic Distanz. Auch hier war das Aushängeschild der 2-80-20 Kilometer langen Strecke die 1300 Höhenmeter des Radsplits. Souverän kam die 22-jährige Athletin über alle drei Teildisziplinen und lief unter den Anfeuerungsrufen ihrer mitgereisten Fans als erste der W20 ins Ziel. Als Lohn winkte ein original „Glockerl", das am Folgetag direkt tatkräftig in Aktion trat. Peter finishte in 4:43h, das bedeutete Platz 8 in seiner AK.

Alles in Allem ein rundes Wochenende, mit viel Spaß, schönen Wettkämpfen und netten Leuten. Das macht Lust auf mehr und deutet die Richtung an, die das Langdistanzteam 2011 in Roth gehen kann...